Ein Projekt der Universität Kassel
Fachbereich ASL
 
   

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Gesamtenwicklung
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Verkehrskonzept
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Infrastruktur
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Einleitung

Die Wirtschaftsstruktur Heilbad Heiligenstadts war bis 1989 geprägt durch zahlreiche Großbetriebe des produzierenden Gewerbes, die insgesamt 7.500 Mitarbeiter beschäftigten. Durch die politischen Umbrüche nach 1989 und dem damit verbundenen wirtschaftlichen Strukturwandel gingen viele der Arbeitsplätze verloren. Die Stadt regierte auf die neue Situation mit der Ausweisung von Gewerbeflächen, um die Neuansieldung von Betrieben möglich zu machen.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtigten Beschäftigten lag in Heilbad Heiligenstadt im Jahre 2003 bei rund 6.800 Personen. Zusätzlich lässt sich ein positives Pendlersaldo feststellen. Das heißt, dass mehr auswärtige Beschäftigte einen Arbeitsplatz in Heiligenstadt vorweisen können, als Ortsansässige in anderen Regionen eine Arbeitstelle haben. Allerdings lag die Arbeitslosenquote Heilbad Heiligenstadts im Dezember 2004 bei 15,8%. Dies ist ca. 5% über dem bundesdeutschen Durchschnitt. In der Region Eichsfeld und im Freistaat Thüringen betrug die Arbeitslosenquote jedoch 16,1% bzw. 18,5%.

Vor allem das verarbeitende Gewerbe und der Dienstleistungssektor (Schwerpunkt Kur- und Tourismus) bestimmen die Wirtschaftstruktur der Stadt.
Im gesamten Eichsfeldkreis lässt sich diese Tendenz feststellen. Der Handels- und Dienstleistungssektor macht 71% aller Gewerbebetriebe aus. Allerdings fehlt Heilbad Heiligenstadt eine qualitative Ausprägung der Arbeitsplätze im Bereich Forschung und Entwicklung. Abgesehen von diesem Defizit ist von einer Durchmischung der Branchenstruktur auszugehen.

Die positive Entwicklung der Beschäftigtenzahlen im verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich spiegelt sich in der speziellen Nachfrage nach Gewerbeflächen nieder. Heiligenstadt wies nach 1989 ca. 50 ha Gewerbeflächen aus. Der Bestand heute beträgt 93,2 ha in den Gewerbegebieten West, Süd-Ost und B80/Unterm Dün. Durch die verkehrsgünstige Lage nach Fertigstellung der A38 könnte sich diese Nachfrage noch verstärken.

Tendenziell ist die Entwicklung der Beschäftigung positiv zu betrachten. Mit den verfügbaren und geplanten Gewerbeflächen sind die Voraussetzungen für weitere Ansiedlungen und Ausweitungen von Betrieben und einer damit verbundenen Steigerung der Beschäftigtenzahlen gegeben.

Ein Ziel des Stadtentwicklungskonzeptes ist, störendes Gewerbe aus dem Innenstadtbereich in die Gewerbegebiete an den Ortsrändern zu verlagern, um für innenstadtnahen Handel und Kurwesen nötige Perspektiven zu schaffen und die Attraktivität des Stadtzentrums zu stärken.
Einer der ausschlaggebenden Gründe für die Umsiedlung von Betrieben sind die fehlenden Erweiterungsmöglichkeiten an alten Standorten. Mit Neuausweisungen kann den produzierenden Betrieben in den bestehenden Gewerbegebieten ein attraktives Angebot gemacht werden, um eventuell über eine Verlagerung nachzudenken.
Letztlich hängt aber die Entscheidung für oder gegen einen Standort von vielschichtigen, firmeninternen Faktoren ab.

Entsprechend problematisch sind die Vorausschätzung des Flächenbedarfs und die daraus abgeleitete Ausweisung von Entwicklungsflächen.

Insgesamt werden 56,8ha Gewerbeflächen neu ausgewiesen. Die Flächengrößen und die verkehrsgünstige Lage sind auch im regionalen und überregionalen Kontext von großer Bedeutung.

Entwicklungsbereiche

Die Entwicklung von Handel und Gewerbe muss sich verstärkt in die gesamtstädtische Entwicklung einordnen und soll somit zur Attraktivitätssteigerung der Stadt beitragen.
Deswegen muss die Entwicklung sowohl eine adäquate und differenzierte Versorgung gewährleisten, sowie auf hochwertige Wohngebiete Rücksicht nehmen. Mit der Ausweisung neuer Gewerbeflächen im Nordwesten nahe der künftigen A38 sowie im Osten an der B80 sind bereits wichtige Schritte zur differenzierten und stadtverträglichen Gewerbeansiedlung eingeleitet worden.
Des Weiteren muss besonders auf die bestehende Betriebestruktur geachtet werden. Viele Unternehmen sind wirtschaftlich gesund, es bestehen aber Einschränkungen in der räumlichen Expansionsmöglichkeit.


Gewerbegebiet Süd-Ost (bisher 31,2ha)

Das Gewerbegebiet ist durch eine unzureichende interne Erschließung und ein defizitäres städtebauliches Erscheinungsbild gekennzeichnet. Im Wesentlichen ist dieses Gewerbegebiet aus Betriebe mit großflächigem Einzelhandel und Serviceeinrichtungen zusammengesetzt.
An die bestehenden Gewerbeflächen angrenzend weist der Flächennutzungsplan zwei zusammenhängende Erweiterungsflächen aus:
Westlich an das (ehemalige) Bahngleis anschließend befinden sich derzeit landwirtschaftlich genutzte Flächen, von denen etwa 5,2ha für gewerbliche Zwecke ausgewiesen werden. Östlich des Bahngleises wird eine Ausweitung von rd. 4,0ha, die für gewerbliche Zwecke entwickelt werden soll, vorgesehen.
Handlungsansätze müssen die Verbesserung des Erscheinungsbildes und der Erschließung, sowie die Konzentration von Handels-, Diensleistungs- und Freizeitbetrieben sein, um die günstige Stadtrandlage bestmöglich auszunutzen.

 

Gewerbegebiet West (bisher 14ha)

Das Gewerbegebiet West zeigt eine deutliche Tendenz in Richtung Forschung, Dienstleistung und hochwertige Produktion, die es zu stärken gilt.
Westlich an das bestehende Gewerbegebiet stellt der Flächennutzungsplan eine Erweiterungsfläche von rd. 1,5ha für gewerbliche Nutzung dar. Diese dient der Arrondierung des Bestandes und soll in diesem Bereich den Abschluss der gewerbebaulichen Entwicklung in westlicher Richtung definieren.

Gewerbegebiet an der A38 (neu)

Mit dem Bau der A 38 erhofft sich die Stadt einen erheblichen Aufschwung durch die Ansiedlung neuer Gewerbebetriebe. Um hierfür Flächen vorhalten zu können, wurde der Bebauungsplan Nr. 38 "Gewerbegebiet an der A 38" aufgestellt. Damit wurde eine planungsrechtlich gesicherte und städtebaulich geordnete Entwicklung eingeleitet. Entsprechend den Festsetzungen des Bebauungsplanes stellt der Flächennutzungsplan etwa 49ha gewerbliche Bauflächen dar. In der strukturarmen Landschaft entlang der Autobahn können auch langfristig Flächenerweiterungen vorgenommen werden und auf großflächige Nachfrage reagiert werden.


Weitere Informationen:

Erläuterungsbericht Kapitel 3.3.1 "Allgemeine Entwicklung nach 1989"
Erläuterungsbericht Kapitel 3.3.2 "Beschäftigungsstruktur"
Erläuterungsbericht Kapitel 3.3.3 "Wirtschaftliche Entwicklung"
Erläuterungsbericht Kapitel 4.2.2 "Entwicklung der Gewerbeflächennachfrage"
Erläuterungsbericht Kapitel 4.4.2 "Entwicklungsbereich Handel und Gewerbe"

 

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